Techniken und Grenzen interaktiver Architekturvisualisierung
bei der digitalen Rekonstruktion verlorener Stadträume

 

Gebaute Geschichte ist in den meisten großen und vielen mittelgroßen Städten unseres Landes aufgrund der extremen durch den Zweiten Weltkrieg geschlagenen Wunden kaum sichtbar. Erhaltene historische Bausubstanz zieht den Blick auf sich, ihr Solitärcharakter, der fehlende Zusammenhang zu neu bebauten Nachbararealen und städtebauliche Leitbilder der Wiederaufbauzeit, die oftmals zu massiven Überlagerungen der alten Stadtgrundrisse geführt haben, lassen ein Erkennen und Erleben der historischen Stadt selbst kaum zu.
Geschichte sichtbar machen - in diesem Zusammenhang eine große Herausforderung. Optische Medien beschränken sich auf zumeist monochrome Fotographien und nur wenige Filmaufnahmen.

Im Dissertationsvorhaben "Techniken und Grenzen interaktiver Architekturvisualisierung bei der digitalen Rekonstruktion verlorener Stadträume" werden Techniken von Videospielen analysiert und versucht, diese für eine neue Darstellungsform zu verwenden. Die von uns optisch wahrgenommene Umwelt kann erst dadurch erlebt werden, dass Interaktion möglich ist, der eigene Wille umgesetzt werden kann, um sich frei zu bewegen und in die Umgebung einzugreifen. Was in der Realität selbstverständlich ist, muss am Computer aufwendig simuliert werden.

Die Arbeit ist ein Forschungsprojekt des Fachgebiets Entwerfen im Bestand/Denkmalpflege der Universität Kassel unter Leitung von Univ.-Prof. Alexander Eichenlaub.

Videospiele zeigen immer mehr, dass Irrealität bei entsprechender Ausschöpfung der zur Verwendung stehenden Technologien real wirken kann. Der Einsatz eben dieser Technologien kann die vorhandenen Medien zur Vermittlung von Geschichte ergänzen, um verlorene urbane Strukturen wieder erlebbar zu machen. Auf diesen Seiten wird in Zukunft über das Forschungsprojekt in regelmäßigen Abständen informiert werden, in dessen Verlauf eine zerstörte Altstadt (Kassel) digital rekonstruiert und begehbar gemacht werden soll.

Im Bereich "Aktuelles" wird über bisherige und kommende öffentliche Vorführungen und Vorträge berichtet.

           

    Kassel, Friedrichsplatz: das Kaufhaus Sinn-
    Leffers mit dem erhaltenen Altan des
    Residenzpalais. Rechts das Fridericianum
  Digital rekonstruierte und am Computer
begehbare historische Bebauung (klicken         zum Vergrößern